Drehmoment ist nicht gleich Drehmoment

Drehmoment, erzeugt durch Kraft am Hebelarm

Drehmoment, erzeugt durch Kraft am Hebelarm

Drehmoment, erzeugt durch Kräftepaar

Drehmoment, erzeugt durch Kräftepaar

Drehmomentaufnehmer Serie M

Drehmomentaufnehmer Serie M

Drehmoment-Transferschlüssel Serie Dm-TS

Drehmoment-Transferschlüssel Serie Dm-TS

Drehmomentaufnehmer-Kalibrierung

Drehmomentaufnehmer-Kalibrierung

Bei der Messung und Kalibrierung von Drehmomenten sind deren vektoriellen Eigenschaften zu beachten - und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zum Einen spielt natürlich die Richtung des Drehmomentvektors eine Rolle, darüber hinaus ist aber auch die Art der Drehmomenterzeugung von Bedeutung.

Man muss zwei Arten der Drehmomenterzeugung unterscheiden:

  • ein „reines“ Drehmoment, das durch ein Kräftepaar ohne resultierende Querkraft generiert wird
  • ein Drehmoment, das durch eine am Hebelarm wirkende Querkraft erzeugt wird

Den Unterschied kennt jedermann aus der Praxis. Verwendet man beim Reifenwechsel ein Radkreuz zum Lösen der Radschrauben, wirkt auf den Schraubenkopf keine Querkraft. Verwendet man einen Drehmomentschlüssel, wirkt die Querkraft. Die Unterscheidung ist in der Messtechnik deshalb von großer Bedeutung, weil auftretende Querkräfte große Störeinflüsse auf das zu messende Drehmoment haben können. GTM hat deshalb Produkte entwickelt, die für die jeweiligen Anwendungen ideal geeignet sind.

Die Drehmomentaufnehmer der Serie M beispielsweise sind geeignet zur Messung reiner Drehmomente in den unterschiedlichsten Prüfmaschinen und Anlagen. Um reine Drehmomente zu gewährleisten, werden die Anlagen sehr exakt fluchtend ausgerichtet und gegebenenfalls zusätzliche Gelenke zur Entkopplung verbaut. Auftretende Querkräfte reduzieren sich auf ein Minimum und werden von den Präzisionsaufnehmern problemlos toleriert.

Demgegenüber dienen die Drehmoment-Transferschlüssel der Serie Dm-TS der Rückführung von Drehmoment-Messgeräten, bei denen das Drehmoment über eine Querkraft erzeugt wird. Es handelt sich hierbei um sehr wichtige, weil in der Industrie weit verbreitete Anwendungen. Auslösende Drehmomentschlüssel (Knickschlüssel) müssen regelmäßig überprüft und rückgeführt werden. Dazu werden in den Werkstätten so genannte „Drehmoment-Tester“ verwendet, mit denen die Anwender die Knickschlüssel jederzeit überprüfen können. Die Drehmoment-Tester selbst werden unter Wirkung einer Querkraft mit den Transferschlüsseln der Serie Dm‑TS rückgeführt.

Bei der Drehmomentkalibrierung ist es also notwendig, die für den Kalibriergegenstand geeignete Drehmomentgenerierung auszuwählen. Wird ein Drehmomentaufnehmer, der zur Messung reiner Drehmomente bestimmt ist, durch eine Querkraft am Hebelarm kalibriert, kann dies zu beträchtlich falschen Ergebnissen führen. Umgekehrt muss bei einem Drehmoment-Transferschlüssel der Nachweis erbracht werden, dass der Querkrafteinfluss vernachlässigt werden kann. Im Kalibrierwesen bedient man sich deshalb unterschiedlicher Richtlinien: die deutsche Norm DIN 51309 dient zur Kalibrierung von Aufnehmern mittels reiner Drehmomente, die Richtlinie DKD-R 3-7 dient zur Kalibrierung von anzeigenden Drehmomentschlüsseln unter Wirkung einer Querkraft. Das GTM Kalibrierlaboratorium bietet Kalibrierungen nach beiden Verfahren als Dienstleistung an.