Neue Kalibrierverfahren eingeführt

GTM-Kalibrierlaboratorium

GTM-Kalibrierlaboratorium

Kalibrierprinzip nach GTM-RL-002

Kalibrierprinzip nach GTM-RL-002

Ablauf nach GTM-RL-003

Ablauf nach GTM-RL-003

Akkreditierungsurkunde

Akkreditierungsurkunde

Die vollständige Reakkreditierung des GTM-Kalibrierlaboratoriums durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) wurde im Juni erfolgreich abgeschlossen. Dem Kalibrierlaboratorium wurde als Kompetenzbewertungsstelle durch Ausstellung der Akkreditierungsurkunde vom 29.06.2012 wiederholt die Kompetenz nach DIN EN ISO/IEC 17025:2005 zugesprochen, Kalibrierungen in den Bereichen

  • Kraft
  • Drehmoment
  • Mehrkomponenten Kraft und Moment
  • Spannungsverhältnis

durchzuführen.

Im Bestreben der stetigen Weiterentwicklung und Verbesserung wurden im Reakkreditierungsprozess auch zwei weitere eigenentwickelte Verfahren begutachtet und dem Leistungsangebot hinzugefügt.

Das Kalibrierverfahren GTM-RL-002 "Kalibrierung von Mehrkomponentensystemen" dient zur umfassenden Kalibrierung von Mehrkomponentensystemen beliebiger Bauart, die zur Bestimmung von Kräften und Momenten verwendet werden. Es kann sich dabei um aufgelöste, teilaufgelöste oder monolithische Systeme handeln. Typische zu kalibrierende Systeme sind beispielsweise Messplattformen zur Federprüfung. Ergebnis der Kalibrierung ist die Darstellung des Unsicherheitsvektors als Berechnungsvorschrift. Damit kann der Anwender zu einer beliebigen vorliegenden Belastungssituation die entsprechenden Messunsicherheitsanteile berechnen. Mit der Kalibrierung werden von dem Kalibriergegenstand die Eigenschaften Linearität, Wiederholpräzision, Umkehrspanne, Remanenz, Nullpunktrückkehr sowie das Verhalten bei gemischter Belastung beschrieben. In die erweiterte Gesamtmessunsicherheit gehen neben diesen Beiträgen noch ein Unsicherheitsbeitrag aus der Koordinatentransformation ein.

Die Erfahrung aus langjähriger Kalibriertätigkeit auf dem Gebiet der Mehrkompononentenmesstechnik bildete die Basis für den technischen Fortschritt. Das neu entwickelte Kalibrierverfahren stellt einen innovativen Meilenstein dar und wird im September dem Fachpublikum der „International Measurement Confederation“ in Korea präsentiert. Der Weltkongress ist Treffpunkt der Wissenschaftler der internationalen metrologischen Staatsinstitute (IMEKO 2012, Busan, Republic of Korea).

Das ebenfalls neu entwickelte Kalibrierverfahren GTM-RL-003 beschreibt die Kalibrierung von Kraftaufnehmern, die als Referenzkraftaufnehmer in Kraftmesseinrichtungen verwendet werden. Mit dem Verfahren soll eine kleinere Messunsicherheit für den Referenzkraftaufnehmer erreicht werden, als bei einer Kalibrierung nach ISO 376. Die Reduktion der Messunsicherheit ist naturgemäß nur durch ein aufwändigeres Verfahren oder durch eine für die Anwendung besser geeignete Auswertung zu erzielen. Da die Signale der Referenzkraftaufnehmer in den unterschiedlichen Kraftmesseinrichtungen auch auf unterschiedliche Art und Weise elektronisch weiter verarbeitet werden, sind in der Richtlinie drei unterschiedliche Berechnungswege zur Ermittlung der Messunsicherheit aufgezeigt. Bei Fall I wird der Referenzkraftaufnehmer in der Messeinrichtung mit unterschiedlichen Ausgleichskurven für zunehmende Kräfte und für abnehmende Kräfte betrieben. Mit Fall II werden Anwendungen abgedeckt, in denen der Referenzkraftaufnehmer mit der Ausgleichskurve nur für zunehmende Kräfte betrieben wird und Fall III richtet sich an die Anwendungen, in denen der Referenzkraftaufnehmer mit einer Ausgleichskurve aus den Mittelwerten von zunehmenden und abnehmenden Kräften betrieben werten soll.

Mit den beiden neuen Verfahren bietet GTM nun Kalibrierungen gemäß sechs eigenentwickelten Richtlinien und Arbeitsanweisungen sowie sieben standardisierten Richtlinien für Kraft und Drehmoment an.