Sonntag, 1. April 2018

Olympische Silbermedaille für GTM

Die Eishockey-Olympiamannschaft im Training. Zu diesem Zeitpunkt noch unwissend über die eingesetzte Kraftmesstechnik von GTM.

Die Eishockey-Olympiamannschaft im Training. Zu diesem Zeitpunkt noch unwissend über die eingesetzte Kraftmesstechnik von GTM.

Kraftmesspuck mit integrierter Sendeeinheit und Empfangseinheit am Puckschläger. Hier im Prototypenstadium noch unverschleiert.

Kraftmesspuck mit integrierter Sendeeinheit und Empfangseinheit am Puckschläger. Hier im Prototypenstadium noch unverschleiert.

Verkapselter GTM-Puck mit integrierter Sendeeinheit zur Erfassung der Spielermotivation.

Verkapselter GTM-Puck mit integrierter Sendeeinheit zur Erfassung der Spielermotivation.

GTM-Entwickler beraten über die ersten Ergebnisse aus der Anwendung der GTM-Kraftmesspucks.

GTM-Entwickler beraten über die ersten Ergebnisse aus der Anwendung der GTM-Kraftmesspucks.

Eine bahnbrechende Innovation sicherte den Erfolg des deutschen Eishockeyteams bei den olympischen Winterspielen in Pyeongchang: bereits ein Jahr zuvor wurden unter strenger Geheimhaltung GTM-Kraftmesstechnik an die DEL (Deutsche Eishockey Legenden) ausgeliefert, um die Motivation der Spieler messbar zu machen und das Training zu optimieren. Letztendlich mündete dies bekanntlich im Erhalt der olympischen Silbermedaille.

Wie kann man die Spieler-Motivation messbar machen?

Zunächst wurden Kraftaufnehmer unsichtbar in Trainings-Pucks eingesetzt. Ohne Mitwissen der Spieler sollte die jeweilige Kraft beim Schlag mit dem Eishockeyschläger gemessen werden. „Wir versprachen uns davon, anhand des Deltas der Schlagkraft im Verlauf eines Trainings Aussagen über die Motivation der Spieler zu erhalten“, kommentiert ein DEL-Verantwortlicher.

Allein das genau mittige Einfassen eines Kraftaufnehmers in einen Eishockey Puck war eine große Herausforderung für die GTM-Mitarbeiter. Exakte Präzision war gefordert, um die Flugbahn der Pucks nicht nachteilig zu beeinflussen. Die Pucks wurden zunächst horizontal halbiert und in Handarbeit ein Hohlraum eingearbeitet, in den die Kraftaufnehmer eingepasst werden konnten.

Entwicklung unter höchster Geheimhaltungsstufe

Eine Schwierigkeit lag aber auch darin, die gemessene Kraft drahtlos zu einer Auswerteplattform zu übertragen. Da die Kraftaufnehmer in den Eishockey Pucks fest eingefasst wurden und wegen der Geheimhaltung eine sichtbare Verkabelung nur schwerlich hätte erklärt werden können, musste zusätzlich ein kleiner, sehr robuster Sender in die Kraftaufnehmer eingearbeitet werden. Der Sender übertrug die jeweils gemessene Kraft direkt an eine von GTM in Zusammenarbeit mit der DEL entwickelte Empfangseinheit. Selbstverständlich wurde auch die zugehörige Software direkt von GTM entwickelt. Zum Abschluss wurden die beiden Hälften des Pucks wieder miteinander verklebt, so dass äußerlich keine Veränderung erkennbar war.

Der nächste Knackpunkt bestand darin, dass man nun auch jeden Schlag dem richtigen Spieler zuordnen musste. Dazu wurde eine weitere kleine Sendeeinheit unsichtbar in die Eishockeyschläger integriert, die bei jedem Schlag eine eindeutige Zuordnung möglich machte. Genauere Angaben wollte man bei GTM nicht abgeben, weil die Patentanmeldung des Verfahrens noch nicht abgeschlossen ist.

Anfängliche Skepsis mündet in Silbermedaille

Auch wenn zunächst in allen informierten Kreisen die Skepsis bezüglich der Aussagekraft der Ergebnisse groß war, so wurden im Vorfeld von Olympia doch in allen DEL-Vereinen die Pucks im Training eingesetzt. Die Ergebnisse waren erstaunlich aussagekräftig: Einige eigentlich vielversprechende Spieler wurden aufgrund der objektiv gemessenen und erschreckend niedrigen Motivation noch rechtzeitig vor dem Turnier ausselektiert. „Wir wollten nicht die Buhmänner sein, die jungen Eishockey Spielern ihre Olympia-Teilnahme verderben“, gab man sich in dieser Phase bei GTM etwas zerknirscht, „aber der abschließende Erfolg mit der Silbermedaille gibt uns rückwirkend recht“.

Auch olympisches Gold möglich?

Aktuell wird bei GTM ein Spin Off System entwickelt, das aufgrund weiterer miniaturisierter Kraftaufnehmer und Sendeeinheiten sowohl für Ball als auch Schläger künftig für das Training beim Feldhockey und später auch im Tennis zum Einsatz kommen soll. Dass man auch an einer Version für Tischtennis arbeite, wird zur Zeit von GTM zwar dementiert, scheint mit Hilfe des vor einigen Jahren entwickelten masselosen Kraftaufnehmers aber durchaus möglich."Wenn man Gold schaffen will, darf man im internationalen Wettkampf nicht zu viel preisgeben" ist aus der GTM-Entwicklungsküche zu vernehmen.

Es bedarf noch einiger Entwicklungsarbeit, wenn das Verfahren noch in weiteren Sportarten zum Einsatz kommen soll. Der wirtschaftliche Durchbruch wäre sicher geschafft, wenn es gelänge, ein entsprechendes System für Fußball zu entwickeln. Krafttaufnehmer und Sender wären hier analog zu dem Eishockey-Verfahren im Ball eingearbeitet, während die zweite Sendeeinheit im Fußballschuh steckte. Das sich ergebende Problem ist offensichtlich: Es gibt auch zweifüßige Fußballer und somit müssten die Zweitsender in beiden Schuhen verbaut werden, was zumindest aus heutiger Sicht an die Software noch nicht gelöste Anforderungen stellt.

„Jetzt freuen wir uns erst einmal über unsere Silbermedaille bei den olympischen Winterspielen in Pyeongchang“ war die einzige Auskunft des GTM Vertriebs zu den weiteren Aussichten. Anlässlich dieser Medaille wird es bei GTM eine streng limitierte Sonderedition von einhundert Kraftaufnehmern in Silber geben, die direkt in Bickenbach bestellt werden können – nur solange der Vorrat reicht.

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